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Worum geht´s
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Im Zuge einer Reparatur könnte man auch gleich ...
- Ventile
schleifen
- Ventilführungen
prüfen
- Ventilschaftdichtungen
erneuern.
- Steuerkettenspannschienen
erneuern - präventiv je nach Laufleistung.
- Steuerkette
prüfen.
- Kompletter
Motordichtsatz
- Ventileinstellschrauben
- Kipphebel,
Nockenwelle prüfen.
- Spiel
der Kipphebelachsen im Zylinderkof (Bohrung ausgeschlagen)?
- Nockenwellenlagersitz
auf glänzende Stellen prüfen (mitdrehendes Lager) und gegebenenfalls
mit einem Tupfer Lagerkleber sichern.
- Kurbelwelle:
Spiel?
- Pleuel
- Spiel? Wenn die Kupferschicht im Pleuelauge noch vollständig
ist sollte die Lagerung dort OK sein - wenn nicht dann jedenfalls nimmer
...
- Zylinder
schleifen
- Neuer
Kolben - oder nur neue Ringe?
- Zylinder
honen macht Sinn, egal ob alte oder neue Ringe ...
- Getriebezustand,
Verlustscheibe
- Gründliche
Leute wechseln alle Lager, speziell die Rollenlager anschauen!
- Schleudertaschen
der Kurzbelwelle säubern
- Ölpumpe
Wellendichtringe wechseln
- Bei
Zusammenbau Aluhülsenmuttern des Zylinders säubern, lackieren.
Kostenpunkt 450-500
Euro als Untergrenze, wenn man die Schraubereien selber macht und nur
Dichtungen, Kolben, Schleifen und Honen rechnet.

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Kapitel
1: SR/XT Motor befunden und was zu tun ist
Zu
Beginn ist ein gebrauchter Motor, der einem zuläuft erstmal wie ein
Buch das beschrieben vorliegt. Schön, wenn man mit dem Autor, Verzeihung
Vorbesitzer über die Vita des Motors sprechen kann. Diese Möglichkeit
auf jeden Fall nutzen, wenn sie sich anbietet, aber man sollte nicht alles
glauben, was da erzählt wird.
Wenn
der Motor im Schraubstock hinten gespannt und vorne unten mit einem L-förmig
gebogenen Flacheisen mit einer Schraube eingehängt ist, kann das
befunden beginnen:
- Wellendichtringe
die äußerlich schwitzen, gar sabbeln kommen auf die Kedo
- Liste.
- Gehäusedichtungen:
an welcher Stelle schwitzt eine Dichtfläche? Stelle merken [markieren,
fotografieren].
- Entfernen
der Ölablassschraube. Ich habe 10Liter-Wasserkanister (destilliertes
Wasser) aufgeschnitten und verwende die Wannen zum Auffangen des Öles,
aber auch zum ordentlichen Sammeln der demontierten Teile.
- Ölwännchen
(Tabernakel) demontieren, wenn das Öl raus ist. Hier ist einiges
über den Motor zu erfahren:
- Schwarzer Abrieb der Steuerkettenschienen, Hylomarkrümel sind
noch eher harmlos.
- Wenn Kugellagerkäfigteile Späne, Zahn oder Klauenteile oder
ein abgebrochener Indikator oder Kickstarter Ausrückblech zu finden
ist könnte ggf. eine Spaltung des Blockes nötig werden (siehe
Kapitel 2)
- Status
der Steuerkette bestimmen.
Wie tief sitzt die Steuerketten - Einstellschraube in der Kontermutter
oder ragt sie vor. Im ersten Fall gilt die Faustregel: Wenn tiefer als
8mm in der Mutter, dann wird eine neue Kette fällig.
- Kerzenbild
und Blick in den Auslasskanal verraten ölverbrauchende Motoren
(kann man am Sediment [reichlich Ölkohle] erkennen).
- Kompression:
Mit dem Kickstarter kann man den Motor durchdrehen und sich ein Bild
von Kompression, Zischgeräuschen und Klappereien, die dabei hörbar
sind, machen.
Aus dieser Info sowie dem Wissen über Geräusche und Ölverbrauch
des Motors vom VB (Vorbesitzer) eröffnet sich das weitere Vorgehen.
- Zylinderkopf
prüfen:
Der Deckel von der Rockerbox [Zylinderkopf] wird weggebaut und der Zustand
der Kipphebel und der Kipphebelachsbohrungen kann befundet werden.
- Bei
2J4 sind diese Bohrungen gerne ausgeschlagen und die Kipphebel und/
oder Nocken weisen schiefen Verschleiss auf. Die Madenreparatur, wie
hier beschrieben hilft.
- Sollten
Nocke und Kippler total eingelaufen sein, war mit der Ölversorgung
beim VB was nicht in Ordnung. Wechsel der Wellendichtringe
der Ölpumpe und gutes Entlüften sollte aber jedenfalls
auf die to do Liste.
- Die Nockenlager reinigen und die Laufbahn des Außenringes auf
Pittings (Ausbrüche aus der Kugelbahn) untersuchen, ggf erneuern.
- Den
Kopf wegbauen und die Kanäle mit Bremsenreiniger füllen. Suddelt
es in den Brennraum, dann müssen die Ventile raus. Dazu mit geeignetem
Gerät die Federteller niederhalten, damit die Keile frei werden.
Ventile einläppen, ggf. tauschen und Sitze fräsen lassen.
- Die
Führungen mit den eingeführten Ventilen auf Längs zu
Quer Kippspiel prüfen. Ist das Längsspiel deutlich größer
als das Querspiel, müssen auch neue Führungen rein. Erst dann
rentieren sich neue Schaftdichtungen, die auch auf die Bestellliste
kommen.
- Alle
Dichtflächen des Kopfes sorgfältigst von Dichtungsresten befreien.
Brennraum mit Drahtbürste reinigen.
- Blick
in den Zylinder:
Wenn der Kopf demontiert ist schaut man in den Zylinder und kann bei
UT-Stellung des Kolbens Schäden entdecken, die ggf. das weitere
Vorgehen bestimmen. Runter muss der Zylinder bei Klappergeräuschen
oder Schäden aus dem Block, Tausch
der Steuerkettenschiene, bei Riefen im Zylinder, Fressern, glattgehobelter
Fläche ohne Honbild und bei sichtbaren Stosskanten am oberen Umkehrpunkt
der Ringe sowie schlussendlich Korrosionsringen [Abdrücke der Kolbenringe
in der Zylinderwand, aus festrosten bei längerer Stehzeit]. Der
Motor sollte vor allem vorher nicht geraucht haben, was auch meist an
einer dicken Ölkohle oder Ölschlackeschicht am Kolben und
auf den Ventilen sichtbar ist.
Wenn alle Maße noch brauchbar sind (dann frage ich mich warum
der Zylinder runter musste) reicht es manchmal durchzuhonen und neue
Ringe zu installieren.
- Zylinder
und Kolben:
Wenn der Zylinder runter ist, und der Kolben vom Pleuel abgenommen,
dann kann man auch das Stoßspiel der Ringe und den Zustand des
Kolbens beurteilen. Meist ist es dann sinnvoll den Zylinder aufzubohren
und neu zu honen. Um Folgearbeiten zu erleichtern, entferne ich mit
einem Ausdrehwerkzeug die Stehbolzen und Hülsen und reinige die
Dichtflächen peinlichst.
Das erfreut auch den Zylinderschleifer, da saubere plane Dichtflächen
Rüstarbeit sparen und sauberes Äußeres das Öl nicht
kontaminiert.
Wenn die Kettenschiene glashart und eingelaufen ist, was man mit dem
Fingernagel prüft, dann ist auch hier eine Neue angesagt.
- Außenarbeiten
am Block:
Ist die Verkupferung im Smallend des Pleuels [oberes Pleuelauge] unbeschädigt?
Wenn ja, dann gehts ohne Blockzerlegung.
Zuerst werden die 5 M6er Schrauben der Kupplung weggebaut, der Deckel
der Kupplung abgehoben und dann mit dem Pressluftschrauber die Zentralmutter
geöffnet. Die Kupplung lässt sich nun abziehen. Das Ölpumpenantriebsrad
hinter der Mutter ansehen: So muss es später wieder sitzen und
nicht andersrum. Man kann noch die Scheibe(n) vor dem Getriebeeingangslager
entfernen, und sieht das Lager. Ist es einreihig kann die Verlustscheibe
auf der anderen Seite kaum was anrichten. Das zweireihige Lager hingegen
erleidet durch die Scheibe Schmarren im Käfig die bis zur Auflösung
desselben gehen siehe dazu Die
Verlustscheibe. Eine Blockspaltung wird unvermeidlich. Dazu siehe
Kapitel 2 (Der Block). Bei einreihigem Lager erübrigt sich die
große Operation, wenn sonst alles unauffällig ist und im
Tabernakel keine Brocken gefunden wurden.
- Die
Ölpumpe
ist jedenfalls frisch zu beringen wie oben schon verlinkt.
- Kickstarter/Ausrückblech:
Weiter hinten wird ein Blick auf den Kickstartmechanismus oder besser
das Ausrückblech geworfen. Dies sollte aus Sicherheitsgründen
vollständig sein und nicht abgebrochen.
- Steuerkette:
Jetzt kann man auch die Steuerkette wechseln, wenn die Einstellschraube
deutlich tief in der Mutter sitzt. Wenn vorher der Kupplungsdruckpunkt
nicht mehr auf die blockseitige Warze zu bringen ist, lohnt sich mit
einem kleinen Stabmagneten die Druckstange aus der Welle zu ziehen und
auf Verschleiss an den Enden zu achten. Ist dieser zu groß, droht
Tausch oder Aufschweißung. Austausch schafft Abhilfe.
Ab
hier kann der planmäßige Wiederverbau der Komponenten beginnen.
Tipps
in Ergänzung zur Beschreibung im Bucheli und hier
im Bucheliprojekt:
- Die
Ölpumpe kann mit Inbusschrauben montiert werden.
- Die
Primärzahnräder müssen auf einer Ebene kämmen [also
fluchten], sonst ist etwas falsch montiert.
- Im
2. Gang müssen die Indikatoren am Schaltritzel aufeinander zeigen,
sonst am Exzenter einstellen.
- Die
Steuerkettenschiene kann mit Inbusschrauben montiert werden.
- Die
Dichtungen mit Silikonöl behandeln, dann kleben sie nicht so ekelhaft.
- Die
Kupplungsdeckeldichtung original oder nur mit Dirko (HT, hauchdünn)
einbauen, damit das Rücklaufventil
dicht am Block sitzt. Die äußere Scheibe des Kickstartmechanismus
muss bei Verwendung von Dirko entfallen sonst klemmt der Mechanismus
später.
- Der
Schleudersumpf in der Kurbelwange
ist unter einer Madenschraube mit Innensechskant und Spezialgewinde
zugänglich und sollte gereinigt werden. Den Schmutz darin absaugen.
Die Inbusmade nach der Leerung montieren und verkörnen.
- Den
Kolben kann man einfacher im Zylinder vormontieren und dann später
alles ans Topend hinbauen, und den 2. Clip unter Mitwirkung von Lappen
über der Zylinderöffnung einbauen. Kopf und mit Allzweckfett
bestrichene Nocke hinbauen. Dabei den Motor im OT stehen lassen.
- Rockerbox
mit Dirko HAT dünnst montieren. Steuerkette auflegen und Ventilspiel
einstellen. Gewinde am Steuerkettenzahnrad unbedingt mit Schraubensicherung
verkleben!
- Ölpumpe
und Ölfilter mit einer Einmalspritze befüllen da die Ölpumpe
nicht selbstansaugend ist.
- Ölwännchen
mit Dirko HAT dünnst bestreichen und ohne Dichtung montieren. Die
labilen Schraubaugen am Wännchen danken es.
Keine Magnetablassschraube verwenden, da die zu kurz vom Gewinde leicht
ausreißt.
-
1l Öl in die Ventileinstellöffnung kippen, Notiz machen dass
der Rest auf die vergeschriebene Menge dann in den Rahmenöltank
muss ....
Der
Motor ist einbaufertig.
Soon
to come: Kapitel 2: Der Block
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