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  Polen 1994 Teil 1 von 3



 
Seit wir in Griechenland eine Wiener Familie mit Dnepr-Gespann getroffen hatten, ließ mich diese Idee nicht mehr los: ein Beiwagenmotorrad wäre doch wirklich eine schöne Sache für unsere zukünftigen Urlaube ...

Jetzt ist es so weit. Nach einer Probefahrt an die Adria zu Ostern gab es Pleuellagerprobleme, auch die Vergaserabstimmung war noch nicht ganz in Ordnung. Bis zur letzten Minute wird geschraubt, die Abfahrt wegen Warterei auf Vergaserdüsen ohnehin schon um eine Woche verschoben. Dann geht es los, Düsen in den Werkzeugkoffer geschmissen und ab.
Vergaser einstellen geht ja unterwegs auch ...

Die Steinbach-Betty

Graz - Judenburg - Steinbachalm
Der Motor hat nach Überholung gerade 80 km drauf, als wir mit vollem Urlaubsgepäck losknattern. Eva sitzt am Sozius, Anna im Beiwagen. Es ist der 22. Juli 1994, und um vier Uhr kommen wir endlich weg, mit einmal umkehren wegen falscher Schuhe an Annas Füßen.


Der Motor läuft nur sehr bescheiden, knappe 70 km/h sind drin, wenn alles gut geht, nach ein paarmal Vergasernadel umhängen. Aber kaum Zug aus niedrigen Drehzahlen.

Unser Tagesziel ist eine Hütte in der Nähe von Judenburg, und mit Müh und Not kommen wir hinauf. Als in einer flott gefahrenen Kurve der Beiwagen hochkommt, steigt Eva gerne ab, und mit dieser Marscherleichterung quält sich das Gespann den steilen Schotterweg bis rauf auf die Alm (1600 m).



Morgenblick aus dem Zelt

Über den Triebener Tauern und das Ennstal ins Kleinramingtal
Am nächsten Tag erforschen wir die Alm, schauen der Steinbach-Betty beim Käse machen zu und gehen´s gemütlich an. Nach Honigbrot und Kakao rumpeln wir den Schotterweg talwärts und gleich über den Triebener Tauern weiter. Mit einer Abkühlpause für die Bremsen vor der steilen Nordrampe. Über die Kaiserau nach Admont, dort rasten wir an einem Bach, und der Vergaser bekommt eine kleinere Düse. Danach geht es etwas flotter durchs Ennstal nach Steyr und ins Kleinramingtal.

Die Suche nach einem Übernachtungsplatz erweist sich schwierig, so dass wir beim Finsterwerden einfach bei einem Bauernhof anfragen, und eine nette und wichtige Erfahrung machen: Wer mit einem Oldtimergespann und Familie unterwegs ist, dem öffnen sich die Herzen vieler Leute. Wir bekommen einen schönen Zeltplatz, mit Kirschbaum, angeboten. Und nehmen sehr gerne an!
Die ersten Zeltnächte sind hart, bis sich alle umgewöhnt haben. Anna war die Matte zu kurz und zu rauh (!), und es war etwas abschüssig so dass wir alle immer zum Fußende hinuntergerutscht sind. Anna haben wir ein paar Mal in dieser Nacht wieder hochgezogen ...
Da wir hier "offiziell" zelten, können wir ausschlafen bis die Sonne uns aus dem Zelt treibt.



Am Stausee
 Tschechien
Über Linz geht´s nordwärts in die Tschechische Republik, wo wir am Lipno-Stausee die Mittagszeit verbringen und uns im lauwarmen Wasser etwas erfrischen können. In Cesky Krumlov finden wir einen Zeltplatz der uns gut gefällt, wo hauptsächlich Wasserwanderer mit ihren Booten hausen. Unser Platzerl an der Moldau ist sehr gemütlich, da lässt es sich ein paar Tage aushalten. Von dort aus ist es auch zu Fuß nicht zu weit in die schöne Altstadt mit der mächtigen Festung.
Der Campingplatz existiert übrigens immer noch (Stand 2001) und heißt CAMP NOVE SPOLI. Südwärts etwa 2 km aus Cesky Krumlov raus, am Ostufer der Moldau.


MZ-Gebastel unterwegs


Anna beim Zelt
 Cesky Krumlov
Unsere Nachbarn sind aus Wien, wir sind die einzigen Ausländer auf dem Platz und verstehen uns ganz gut. Markus ist mit seinem Vater Gerhard per Kanadier auf der Moldau unterwegs. Wir werden uns in Österreich auch öfter sehen, und im Jahr 2000 gemeinsam mit den Motorrädern nach Afrika fahren - aber davon wissen wir jetzt noch nichts ... Die MZ bekommt wieder ein paar Streicheleinheiten (Zündungseinstellung, Vergaserreinigung, 125er Düse), die Verpflegung kommt direkt vom Buffet des kleinen Platzes: Gutes kaltes Bier, Brathendl. Die Übernachtung kostet komplett für uns drei 2,50 Euro, ein Abendessen 3 Euro.
 
Alt-Krumauer Gassen

Die Bären von Cesky Krumlov
 Am Morgen steigt Rauch von unzähligen kleinen Feuerchen auf, wo Kaffee und Tee gekocht und sonstiges Frühstück gebrutzelt wird. Campingkocher haben die wenigsten mit, und über dem Platz schwebt eine beeindruckende Rauchwolke.
In der Stadt gibt es viel zu sehen. Der Besuch der Festung ist Pflicht, mit den Braunbären im Burggraben. Da wird die Besichtigung auch für Anna interessant.
 
Damals noch der Standard: Firstzelte

Die Stadt an der Moldau

 
Im Burghof
 
An der Moldau

Markus und Gerhard
 Und ein brandneues Schiele-Museum gibt es, der Maler hatte einige Jahre hier verbracht. Wir genießen Spaziergänge durch schöne alte Gasserl und Ausblicke auf die Moldau, die sich in einigen Schleifen durch die Stadt windet.

Nach einem Pausentag brechen wir nach Prag auf. Die MZ läuft eigentlich ganz gut, braucht mit knapp 8 Litern Sprit auf 100 km immer noch ganz anständig Treibstoff, fährt aber einigermaßen. Eher zu mager jetzt, Beschleunigungsklingeln ist vernehmbar. Trotz brüllender Hitze (35°C) hält es der Motor aber aus, ohne zu klemmen. Wir pausieren an einem Badesee, wo Anna bei einem Verkaufsstand Zuckerwatte kaufen darf. Damit ist sie dann bevorzugtes Ziel der Wespen. Nachdem sie gestern schon mal eine im Beiwagen hatte (autsch), wirft sie wütend ihr Semmerl nach ihnen ...

  Wir sind mittlerweile beinahe eine Woche und 700 km unterwegs.
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